Freie Demokraten Jena-Saale-Holzland

Liberale plädieren für Stärkung der Wirtschaft

Saale-Holzland-Kreis soll eine Strategie zur regionalen Wirtschaftsförderung erarbeiten. Schulterschluss mit Jena denkbar.

Der Saale-Holzland-Kreis soll im Rahmen des Kreisentwicklungskonzept eine Strategie zur regionalen Wirtschaftsförderung erarbeiten. Der Kreistag hat einen entsprechenden Antrag der FDP-Kreistags-Fraktion angenommen. Mit dem Antrag verfolgen wir das Ziel einer Neuausrichtung in diesem Bereich. Wir wollen gemeinsam mit Jena eine neue regionale Marke entwickeln und einen gemeinsamen Wirtschaftsraum denken.

Wir Freien Demokraten wollen als Wirtschaftsregion durchstarten – mit mehr Richtung und Tempo. Bestehende Verwaltungsgrenzen dürfen Wachstum und Fortschritt nicht bremsen, sondern wir wollen aktiv Vewaltungsbrücken bauen. Faire Partnerschaften und neue Kooperationen sind unser Ziel. Damit können wir gemeinsam als Region wachsen und erfolgreich sein. Unser Fraktionsvorsitzender Patrick Frisch findet, wir schaffen einen Mehrwert für alle in der Region.

Auch der Redakteur Frank Kalla hat unseren Antrag aufgegriffen und über unsere Initiative in der Ostthüringer Zeitung wie folgt berichtet:

Es ist schon etliche Jahre her, als der Saale-Holzland-Kreis und die Saalestadt Jena irgendwie ihre regionale Wirtschaftsförderung unter der Standortinitiative JenArea21 bündeln wollten. Gewerbegebiete sollten gemeinsam gefüllt, die gesamte Region zum einem Technologie-Standort auf- und ausgebaut werden. Zwar findet man auf den Internetseiten des Landkreises Saale-Holzland noch ein Stichwort zur Initiative, ein Link führt sogar zur Homepage von JenaWirtschaft. Das war’s dann aber auch.

Praktisch ist „JenArea21“ seit Jahren tot, in punkto Wirtschaftsförderung gehen Jena und der Landkreis seit Jahren eigene Wege. Während man in der Saalestadt mit der Wirtschaftsförderung JenaWirtschaft eine schlagkräftige und über 10-köpfige Full-Service-Agentur für Unternehmen aufbaute, die in nahezu allen Belangen den Firmen beratend zur Seite steht, blieb es im Kreis bei einer Vollzeitstelle im Bereich Wirtschaftsförderung.

Frischer Wind soll Einzug halten

Die FDP-Kreistagsfraktion will nun, dass auch im Kreis bei der Wirtschaftsförderung frischer Wind Einzug hält. Zur Kreistagssitzung am 11. März hat sie mit dem Beschlussvorschlag „Erarbeitung einer Strategie Regionale Wirtschaftsförderung“ einen Antrag eingereicht, der nichts anderes als eine strikte Neuausrichtung in diesem Bereich beinhaltet.

FDP-Fraktionschef Patrick Frisch hält es für längst überfällig, dass man die Wirtschaftsförderung in der Region zwischen Saale und Weiße Elster neu denkt. Da man ohnehin ein Kreisentwicklungskonzept erarbeiten wolle und das dafür notwendige Geld bereits im Kreishaushalt 2020/21 eingeplant sei, könne man auch gleich eine Wirtschaftsförderungs-Strategie in dieses Konzept mit hineinschreiben, sagt Frisch. „Haushalterisch stehen 70.000 Euro zur Verfügung.“

Es geht den Liberalen um nicht mehr oder weniger als den großen Wurf bei der Wirtschaftsförderung, vorausgesetzt, der Kreistag - der eher dazu neigt, wichtige Dinge in die Ausschüsse zu schieben - folgt dem Antrag überhaupt.

Fraktionschef sieht Handlungsbedarf

Frisch sieht jedenfalls enormen Handlungsbedarf. „Der Landkreis und die Kommunen haben überhaupt keine Instrumente, die Wirtschaft in der Region zu fördern.“ Ein Welcome-Center, wie es in Jena angedacht ist? Fehlanzeige im Kreis. Ein Flächen- und Immobilienservice, der Investoren bei der Suche nach geeigneten Flächen unterstützt? Gibt es in Eisenberg nicht.

Letztlich, sagt der Fraktionschef, komme eine starke Wirtschaftsförderung, in die auch die Kommunen eingebunden sein müssen, allen zugute. „Wir schaffen einen Mehrwert für alle in der Region. Man kann gezielt die Wirtschaftskraft und damit das Steueraufkommen insgesamt erhöhen.“

Vordergründig müsse es jedoch erst einmal um die Suche nach der optimalen Lösung für das Saale-Holzland gehen. So sollte man aus Sicht der Liberalen prüfen, ob eine Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Jena oder eine eigenständige Wirtschaftsfördergesellschaft in Betracht gezogen werden sollte. Geprüft müsse auch werden, wie man bei der Weiterentwicklung des Standortmarketings verfahre.

Kooperation mit JenaWirtschaft?

Patrick Frisch selbst favorisiert ein Zusammengehen mit JenaWirtschaft. „Perspektivisch sehe ich eine gemeinsame Wirtschaftsförderung“, gibt er sich optimistisch. Man arbeite ja bereits in vielen Bereichen bereits miteinander zusammen, verweist der auf die gemeinsame Sparkasse, auf das Technologie- und Gründerzentrum oder die Verkehrsbetriebe. Zudem gebe die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land in der jüngsten Zeit, beispielsweise beim Gewerbegebiet Rothenstein oder bei der Ansiedlung von Böttcher in Zöllnitz, berechtigte Hoffnung, dies auch bei der Wirtschaftsförderung auf den Weg zu bekommen. „Man sollte eine neue regionale Marke gemeinsam entwickeln und einen gemeinsamen Wirtschaftsraum denken.“ Doch was hält man in Jena von dem Vorstoß? „Die FDP-Fraktion im Jenaer Stadtrat steht jedenfalls voll und ganz hinter unserer Initiative.“

Antrag der FDP-Kreistagsfraktion zum Download