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Kreisverband Jena-Saale-Holzland

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Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

mit Datum vom 15.6.2011 haben sich elf Jenaer Schulleiter in einem offenen Brief an den Thü-ringer Landtag, verschiedene Ministerien und auch an Sie gewandt und eindringlich auf die „alarmierende Schieflage“ der Personalsituation an den staatlichen Schulen hingewiesen. Mit Hinweis auf die anstehenden Haushaltsverhandlungen baten sie darum, die „Einstellung von Lehrern offensiv zu diskutieren“.

Es ist bekannt, dass das Land Thüringen mit einem Personalüberhang bei den Lehrern kämpft, der demographischen Ursprungs ist, der durch die Landespolitik lange ignoriert wurde und der eine Lösung für den ebenso unbestrittenen Personalmangel heute erheblich erschwert.

Es wird nun über jährliche Korridore für Einstellungen trotz dieses Überhangs nachgedacht, die zu einem kontinuierlicheren Aufwuchs von unten führen würden. Damit ließe sich nicht nur der faktische Zwang zur Abwanderung junger Thüringer Absolventen mildern. Vor allem ließe sich so dem Effekt vorbeugen, dass eine innerhalb sehr kurzer Zeitfenster in den Ruhestand gehende Alterskohorte durch eine ebenso eng beieinander liegende Kohorte junger Absolventen ersetzt wird, die langfristig wiederum so gleichmäßig „durchaltert“, dass wir eine Generation später wieder vor dem gleichen Problem stehen.

Diesen beiden Effekten auf der Habenseite stünden freilich vorübergehend heftige finanzielle Doppelbelastungen gegenüber. Es wird daher auf Landesebene um ein konsequentes Austarieren des fachlich Gebotenen mit dem fiskalisch Möglichen gehen, und vor diesem Hintergrund frage ich mit Blick auf unsere Kommune an:

• Wie stellt sich die demographische Zusammensetzung der Lehrerschaft, wie das skiz-zierte Problem von Überhang und Mangel in der Stadt Jena aktuell dar? Wie ist beides im Vergleich mit anderen Thüringer Kommunen zu bewerten?

• Hält die Stadt Jena die vom TMBWK öffentlich anvisierten Zahlen für Neueinstellungen fachlich für ausreichend – im Landesmaßstab und anteilig auf die eigene Kommune bezogen? Falls nein, ist die Stadt bereits in eigener Sache beim Schulamt und beim Ministerium vorstellig geworden; und wenn ja, mit welchen Ergebnissen?


Mit freundlichen Grüßen

Thomas Nitzsche

17.10.2011 2397
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